Allgemeine Fragen

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Hier beantworten wir ein paar allgemeine Fragen.

Auch hier schreiben wir in Leichter Sprache.

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Alle sollen die Fragen und Antworten verstehen können. Darum schreiben wir in Leichter Sprache.

 

  • Was ist sexueller Missbrauch?

    Sexueller Missbrauch ist:

    • wenn dich jemand ekelig anguckt
    • wenn jemand blöde Sprüche über dich und deinen Körper macht
    • wenn du über Sex reden sollst und das gar nicht willst
    • Berührungen, die du nicht magst
    • wenn du jemand anfassen sollst und das nicht willst
    • wenn dir jemand Fotos oder Filme zeigt oder schickt auf denen andere Sex haben
    • sexuelle Anmache im Internet
    • wenn du anderen beim Sex zuschauen sollst
    • wenn du zum Sex gezwungen oder überredet wirst
    • Vergewaltigung, das heißt: dem Mädchen* wird der Penis, der Finger oder Gegenstände in die Scheide, den Po oder in den Mund gesteckt
    • ...und noch vieles mehr.

    Manchmal sagen wir "sexualisierte Gewalt" und nicht "sexueller Missbrauch".
    Weil: Diese Sachen sind immer Gewalt.
    Wichtig ist: Sexualisierte Gewalt oder sexueller Missbrauch verletzt Mädchen* und ist nie ok. Vieles ist strafbar.

    Mädchen* passiert sexualisierte Gewalt meistens durch Männer*, seltener auch durch Frauen.
    Oft sind es auch gleichaltrige oder ältere Jugendliche.
    Meistens kennen die Mädchen die Täter*in gut. Seltener sind es fremde Menschen.
    Manchmal mögen oder mochten die Mädchen die Männer oder Jugendlichen vorher.

    Du bist nicht sicher, ob es wirklich sexueller Missbrauch ist, was du erlebt hast?
    Du kannst uns trotzdem schreiben!

  • Ich will nicht darüber reden. Kann ich trotzdem Hilfe bekommen?

    Ja!
    Du kannst Hilfe bekommen, auch wenn du nicht konkret darüber reden oder schreiben möchtest, was du erlebt hast.

    Du kannst in der Onlineberatung über den Missbrauch schreiben.
    Du musst es aber nicht.
    Manchmal beraten wir Mädchen* eine lange Zeit und wir wissen trotzdem nicht, was genau passiert ist.

    Die meisten Mädchen* reden oder schreiben nicht gerne über den Missbrauch.
    Das ist oft auch gar nicht wichtig.


    Am Anfang einer Beratung sind zwei Fragen wichtig:

        Wie kann man das Mädchen* vor dem Missbrauch schützen?
        Was hilft dem Mädchen*, damit es ihr besser geht?

    In der Beratung sind folgende Fragen wichtig:

        Was tut dem Mädchen* gut?
        Was hilft dem Mädchen*, wenn es ihr schlecht geht?
        Wer kann sie unterstützen?

    Einigen Mädchen* hilft es schon, wenn sie uns schreiben.
    Sie fühlen sich dann leichter.

    Ganz wichtig ist: Dein Gefühl.
    Hast du das Gefühl, wenn du über den Missbrauch schreibst, geht es dir schlechter?
    Dann schreib erst mal nicht so viel davon.   

    Wir unterstützen dich.

    Es ist gut, dass du dir Hilfe holst!

  • Wer hat Schuld?

    Die Schuld hat immer der oder die Erwachsene!
    Es ist egal, was das Mädchen* vorher getan hat!

    Fast alle Mädchen* fühlen sich schuldig, wenn sie sexualisierte Gewalt erleben.
    Warum ist das so?
    Sehr oft kennt das Mädchen* den/ die Täter*in.
    Das Mädchen* hat der Person vertraut. Sie mochte die Person.

    Sexueller Missbrauch passiert oft nicht sofort. Täter*innen testen das Mädchen* erst. Sie probieren aus, was sie mit dem Mädchen* tun können.
    Das Mädchen* ist verunsichert und durcheinander.
    Täter*innen sagen dem Mädchen*, dass es ihre Schuld ist.
    Täter*innen sagen oft:

        Das Mädchen* wollte es selber.
        Das Mädchen* hat mitgemacht.
        Das Mädchen* hat sich nicht genug gewehrt.
        Das Mädchen* hat mich verführt.

    Sie geben dem Mädchen* die Schuld. Sie hoffen, das Mädchen* zeigt sie dann nicht an.

    Oft fühlt sich das Mädchen* schuldig.
    Vielleicht war sie neugierig. Vielleicht hat sie etwas gemacht, was ihre Eltern verboten haben.
    Zum Beispiel: Sie hat einen Jungen* oder einen Mann* aus dem Internet getroffen.
    Trotzdem ist das Mädchen* nie schuld am Missbrauch.
    Niemand darf ein Mädchen* sexuell missbrauchen!

    Täter*innen tun verschiedene Dinge, um Mädchen* zum Sex zu zwingen.

        Sie drohen und erpressen das Mädchen*.
        Sie tun dem Mädchen* weh.
        Sie sagen dem Mädchen*: Du willst es doch selbst.

    Das Mädchen* glaubt es vielleicht.

        Sie machen dem Mädchen* Geschenke.
        Sie sagen nette Dinge über das Mädchen*.
        Sie behaupten, sie lieben das Mädchen*.
        Sie sagen dem Mädchen*: Dir wird niemand glauben.

    Das alles kann das Mädchen* durcheinander bringen. Es ist verwirrt. Oder es hat Angst.

    Das Mädchen* schämt sich.
    Darum reden viele Mädchen* nicht darüber und suchen keine Hilfe.

    Es ist aber sehr wichtig, sich Hilfe zu holen!

    Wir glauben dir!
    Du bist nicht schuld: Egal, was du getan hast.

  • Eine Freundin* von mir hat sexuelle Gewalt erlebt. Wie kann ich ihr helfen?

    Überlege mit deiner Freundin* zusammen:
    Mit wem könnt ihr reden?
    Vielleicht mit einer Lehrer*in oder einer Sozialpädagog*in an eurer Schule?
    Könnt ihr euch an eine Beratungsstelle wenden?

    In Bremen gibt es zum Beispiel Schattenriss.
    Hier findest Du Beratungsstellen in anderen Orten:
    UBSKM Hilfeportal Missbrauch

    Du hast versprochen, es nicht weiter zu erzählen? Du hast Angst deine Freundin* zu enttäuschen?
    Vielleicht musst du dein Versprechen brechen.
    Weil: Es ist wichtiger, Hilfe zu holen!

    Du brauchst auch Unterstützung. Das ist wichtig.
    Denn es ist schwer, damit klar zu kommen.
    Hol dir Hilfe.
    Zum Beispiel von deinen Eltern, oder von Erwachsenen, denen du vertraust.
    Du kannst hier in der Onlineberatung von Schattenriss schreiben.
    Du kannst auch einen persönlichen Termin in der Beratungsstelle Schattenriss bekommen.

    Manchmal erzählt ein Mädchen* auch gar nichts.
    Aber du merkst, dass etwas Schlimmes passiert ist.
    Dann zeig deiner Freundin*, dass sie dir vertrauen kann und dass sie mit dir reden kann.
    Sag ihr, dass ihr zusammen Hilfe findet.

    Eine Freundin* kann viel tun:
    Sie kann zuhören.
    Sie kann Mut machen.
    Sie kann Hilfe holen.
    Aber: Sie kann nicht alles alleine schaffen:
    Eine Freundin* kann die Gewalt nicht alleine stoppen.
    Sie kann auch nicht allein dafür sorgen, dass es dem Mädchen* besser geht.

    Deswegen ist es wichtig, dass du für deine Freundin* und dich Hilfe holst.

     

  • Ich werde zu Hause sexuell missbraucht. Was kann ich tun?

    Manchmal werden Mädchen* in der eigenen Familie missbraucht.
    Zum Beispiel vom Vater, vom Onkel oder vom Bruder. Seltener ist es auch die Mutter.
    Manchmal passiert es nur einmal. Oder es passiert immer wieder.
    Manchmal wissen die Eltern davon und sie tun nichts dagegen.
    Das ist sehr schlimm für die Mädchen*.
    Darum möchten viele von zu Hause weglaufen und einige Mädchen* tun es auch.

    Eigentlich muss der oder die Täter*in weg aus der Familie, weil er die Schuld hat.
    Die Schuld hat immer der oder die Erwachsene.
    Es ist egal, was das Mädchen* vorher getan hat.
    Aber: Das Mädchen* muss geschützt werden.

    Geh zu einer erwachsenen Person, der du vertraust.
    Zum Beispiel zu einer Lehrer*in oder zu einer Mitarbeiter*in aus dem Freizeit-Treff.
    Du kannst auch eine Freundin* mitnehmen.

    Du kannst mit uns reden:
    Hier in der Onlineberatung.
    Oder am Telefon: 0421   61 71 88
    Telefon-Zeiten:
    Montag 11.00 bis 13.00 Uhr
    Mittwoch: 14.00 bis 16.00 Uhr
    Du kannst uns auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Wir rufen dich zurück. Dafür musst du uns deine Nummer drauf sprechen.

    Du möchtest raus aus der Familie?
    Wichtig ist: Hol dir Hilfe!
    Lauf nicht einfach weg. Das kann dich in neue Gefahr bringen.
    Hol dir Unterstützung!

    Du kannst den Mädchen-Notruf vom Mädchenhaus in Bremen anrufen.
    Hier können sich Mädchen* auch beraten lassen.

    Es gibt ein Haus, wo du vielleicht eine Zeit lang wohnen kannst.
    Und du wirst unterstützt.
    Die Adresse von dem Haus ist geheim.
    So kann der Täter dich nicht finden.
    Das ist die Telefon-Nummer vom Mädchen-Notruf: 0421/ 341120
    Hier kommst Du auf die Seiten vom Mädchenhaus:
    Mädchennotruf Mädchenhaus


    Du wohnst nicht in Bremen?
    Hier findest du Unterstützung in deiner Nähe:

    DAJEB Beratungsführer
    Hier gibt es den Beratungsführer online
    Auf der Seite stehen Orte für Mädchen*.

    UBSKM Hilfeportal Missbrauch
    Hier findest du verschiedene Beratungsstellen gegen sexuellen Missbrauch.

    Hol dir auf jeden Fall Unterstützung!
    Du musst deinen Namen nicht sagen.
    Dir wird trotzdem geholfen.

  • Woran erkenne ich sexuelle Übergriffe im Internet?

    Sexuelle Übergriffe können auch im Internet stattfinden.
    Zum Beispiel über whatsapp, snapchat, TikTok oder über Online-Games wie Fortnite.

    Es kann sein,

    • dass dir unangenehme Fragen gestellt werden: Zum Beispiel: "Hast du schon Brüste?"
    • dass blöde Bemerkungen gemacht werden über deinen Körper, dein Aussehen, über Sex.
    • dass dir Fragen über sexuelle Erfahrungen gestellt werden.
    • dass dir Pornos geschickt werden.
    • dass du aufgefordert wirst, Nacktfotos oder Fotos von dir in Unterwäsche zu schicken.
    • dass dich jemand auffordert sexuelle Dinge zu tun, die dir unangenehm sind.
    • ...und noch vieles mehr.

    Viele Mädchen* erleben sexuelle Übergriffe im Internet.
    Viele, die so etwas erleben schämen sich. Sie fühlen sich beschmutzt und ekeln sich.

    Täter*innen machen das im Internet genauso wie sonst, wenn sie das Mädchen* treffen:

    • Sie tun so, als würden sie eine Freundschaft aufbauen wollen.
    • Sie machen Versprechungen.
    • Sie locken mit Geschenken.

    Aber das sind miese Tricks.

    Täter*innen versuchen das Vertrauen des Mädchen* zu gewinnen und nutzen es dann aus.
    Manchmal erpressen sie das Mädchen*.

    Aber:
    Es ist verboten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sexuell zu belästigen.
    Es ist verboten ihnen Nacktfotos oder pornographische Texte oder Videos zu schicken.

    Wenn dir so etwas passiert, ist es wichtig zu wissen:
    Du kannst nichts dafür!
    Hol dir Hilfe!

    Weiter unten kannst du lesen, was du tun kannst.

  • Was kann ich bei sexueller Belästigung im Internet tun?

    Du darfst immer "Nein" sagen, wenn du etwas nicht möchtest.
    Egal, was du bis dahin gemacht hast.
    Es kann sein, dass du am Anfang mitgemacht hast.
    Vielleicht warst du neugierig.
    Vielleicht hat dich jemand überredet.
    Vielleicht fühlst du dich deswegen schlecht.

    Hör auf, wenn du ein schlechtes Gefühl hast.
    Hör auf, wenn du dich nicht wohl fühlst.
    Hör auf, wenn du etwas nicht tun möchtest.

    Brich den Kontakt ab.
    Vertrau auf dein Gefühl.

    Tu nichts bei dem du dich nicht wohl fühlst.
    Niemand darf dich zu sexuellen Handlungen zwingen.

    Dein Körper gehört dir!
    Niemand darf Fotos oder Filme von dir im Internet zeigen.

    Wenn es jemand tut, ist das eine Straftat.

    Hol dir Hilfe!
    Sprich mit einer erwachsenen Person, der du vertraust.
    Oder schreib uns in der Onlineberatung.
    Du kannst auch zu einem Termin bei Schattenriss in die Beratungsstelle kommen und mit uns reden.

  • Was ist Cybergrooming?

    Cybergrooming
    "Grooming" ist Englisch und bedeutet: anbahnen, vorbereiten.

    Wenn Täter*innen im Internet nach Mädchen* suchen:
    dann nennt man das Cybergrooming.
    Sie schreiben dafür zum Beispiel über Instagram oder Snapchat oder die Chatfunktion von Online-Spielen.
    Sie suchen so den Kontakt zu Mädchen*.
    Cybergrooming ist ein Fachwort. Es beschreibt die Tricks der Täter*innen:

    • Sie versuchen dein Vertrauen zu gewinnen.
    • Vielleicht schreiben sie nette Dinge.
    • Sie wollen Sachen über dich wissen.
    • Oft schlagen sie irgendwann ein Treffen vor.

    Mit diesen Tricks bereiten Täter*innen sexuellen Missbrauch vor.
    Das ist verboten. Auch wenn es im Internet passiert.

    Pass gut auf, was du über dich schreibst.
    Du weißt nie, wer der andere wirklich ist.
    Meistens sind es erwachsene Männer.
    Sie sagen ein falsches Alter.
    Sie lügen.

    Triff dich nicht alleine mit Menschen aus dem Internet.
    Das ist gefährlich.
    Sprich mit einer erwachsenen Person, der du vertraust.